Am Montag, dem 27. April 2026, hat der Heilige Vater Papst Leo XIV in Rom das Dekret unterzeichnet, das die heroischen Tugenden unserer Schwester Maria Theresia anerkennt. Somit kann sie den Titel „Venerabilis“ führen und es bedeutet, dass sie öffentlich angerufen kann werden als Fürsprecherin und den Menschen als Vorbild dienen kann.
Theresia Ysseldijk wurde am 13. November 1897 in Apeldoorn, Gelderland, von frommen Eltern geboren. Der Vater hatte das Schusterhandwerk gelernt, wegen der neue entstehenden Fabriken wurde das Handwerk nicht mehr gefragt und auf der Suche nach Arbeit wechselte die Familie mehrmals den Wohnsitz. Nach 6 Jahren Aufenthalt in Ochtrup, Deutschland, wo ihr Vater 30-jährig nach einem Arbeitsunfall starb, übersiedelte die Familie nach Enschede, wo zu den drei Kindern noch vier aus der zweiten Ehe dazukamen.
Theresia hatte seit ihrer Kindheit viel zu leiden, doch sie beklagte sich nicht, sondern schaute auf Jesus und sagte nur: „Jesus hat viel mehr für uns gelitten“. Nach der Schule und später nach der Arbeit in der Fabrik machte sie stets einen Besuch bei Jesus im Allerheiligsten Sakrament.
Am 2. Oktober 1917 trat sie in Tilburg in den Karmel vom Göttlichen Herzen Jesu ein. Zwei Jahre später legte sie die erste Profess ab. Dann verbrachte sie einige Monate im Mutterhaus Sittard, um sich auf die Mission in Amerika vorzubereiten, wozu die Stifterin Mutter Maria-Teresa Tauscher Schwestern brauchte. Dies bedeutete damals ein Abschied von der Familie für immer. Es war wohl ein großes Opfer, aber der missionarische Eifer in ihr gab ihr die Kraft dazu. Sie ging zusammen mit 7 anderen niederländischen Schwestern im Dezember 1919 auf die Reise über den Ozean.
Schon bald nach ihrer Ankunft in Amerika begann ein schmerzhaftes Nierenleiden, das leider zu spät als solches erkannt wurde. Ihre missionarische Tätigkeit lief nun anders ab, als sie gedacht hatte. Anstatt zu den Menschen zu gehen und ihnen etwas über Jesus zu erzählen, konnte sie sich mit ihm vereinigen, der da am Kreuze hing. Ihr Motto war: „Still leiden und laut danken“. Aus Liebe zu ihm ertrug sie alle Leiden, ohne ein Schmerzmittel zu nehmen. Ihr Ordensleben war vorbildlich, trotz ihrer Krankheit befolgte sie treu die Ordensregel und das Stillschweigen. Am 10. März 1926 starb sie heiligmäßig in einem Krankenhaus in St. Louis. Schon bald nach ihrem Tode ereigneten sich viele wunderbare Gebetserhörungen, sodass die Stifterin, Mutter Maria-Teresa Tauscher sagte, sie sei eine Heilige.
Ihr Seligsprechungsprozess wurde auf Wunsch der Familie, die sie immer als ihre „heilige Tante“ verehrte, im Jahr 2010 begonnen, und nun ist mit der Anerkennung ihrer heroischen Tugenden wieder ein Schritt vorwärts getan. In den Niederlanden, wo sie geboren ist, wie auch in den USA, wo sie gestorben und begraben ist, herrscht große Freude.
Wir wollen Gott danken für diese Gnade mit einer heiligen Messe in unserer Kapelle am 11. Mai um 10:00 Uhr.
Alle sind herzlich eingeladen!
